Erster
HijabRun war ein voller Erfolg
@hijab_run_runners
Am
Sonntag um 11Uhr haben sich 30 Kopftuchträgerinnen an der
Haltestelle "Am Mineralbäder" in Stuttgart getroffen,
haben Dehnungs-, und Aufwärmübungen gemacht und sind anschließend
3km im Schlosspark gelaufen. Die Trainingseinheit war für Anfänger
ausgerichtet, allerdings waren auch einpaar Dauerläuferinnen
mit am Start. Auf die Idee einen solchen "HijabRun" zu
organisieren, bei dem vorrangig Kopftuchtragende Mitmenschen dazu
aufgerufen werden mit zu laufen, kam Yasemin Bay (39), Sport- und
Gymnastiklehrerin und dreifache Mutter. "Dem Boykott-Aufruf
gegen den französischen Sportartikelhersteller Decathlon konnte ich
nicht tatenlos zusehen" beschreibt Bay ihre Motivation.
Decathlon
wollte jüngst ein Sporthijab vermarkten und stieß dabei auf die
starke Kritik französischer Politiker und der Gesundheitsministerin
Agnès Buzyn.
„Der
Sport ist emanzipiert. Er unterwirft sich nicht. Meine Wahl als Frau
und als Bürgerin wird es sein, einer Marke, die mit unseren Werten
bricht, nicht mehr zu vertrauen“, kommentierte Aurore Bergé von
der Regierungspartei La République en Marche auf
Twitter.
"Frauen
sollten zusammenhalten anstatt sich einander die Emanzipation
abzusprechen. Wenn Emanzipation einserseits gefordert aber
andererseits nicht gewährt wird, ist das heuchlerisch" hält
Yasemin Bay dagegen.
Manchen
der anwesenden HijabRun-Teilnehmerinnen wurde schonmal das Trainieren
in Fitnessstudios nicht gestattet, mit der Begründung, dass das
Tragen eines Hijab während dem Sport ein Verletzungsrisiko berge.
"Aber ein Sporthijab ist nicht gefährlicher als Haare die zu
einem Zopf gebunden sind, vielleicht sogar sicherer." beschreibt
Bay ihre Erfahrungen.
Auch
dreimalige Berliner Boxmeisterin Zeina Nassar, hat es nicht leicht,
sie sagt "Andere
können sich einfach auf den Sport konzentrieren, ich muss nebenher
immer noch für meine Rechte kämpfen. Das ist unfair." Sie
hatte beim Deutschen Boxsport-Verband die Änderung der
Wettkampfbestimmungen erzwungen, denn Zeina ist Muslimin und trägt
im Ring Kopftuch.
Bay
will ein zeichen setzen: "Wir Hijabis lassen uns von solch einer
Diskriminierung nicht unterkriegen, wir treffen uns jetzt erst recht
zum Sport mit unserem Hijab. Uns gibt es Tausendfach, man kann uns
nicht wegboykottieren und ja, - wir haben einen bestimmten Anspruch
an unsere Kleidung. Sportkleidungsherrsteller sollen sehen, dass es
einen Bedarf gibt, auch sie sollen sich einer offensichtlichen
Diskriminierung nicht beugen."
Die
junge Sportlerin will ihren "Schwestern das Laufen schmackhaft
machen" und lädt diese dazu ein, ihre Gesundheit zu fördern
und Spaß an der Bewegung in der Natur zu haben. Die HijabRunners
treffen sich einmal im Monat und rennen für ihr Recht, auch mit
Kopftuch Sport machen zu dürfen, sowohl hobbymäßig
als auch professionell. Am 14. April ist der nächste HijabRun.
Geplant ist auch ein Bundesweiter HijabRun der gleichzeitig in
Großsstädten wie Berlin, Köln, Frankfurt und München stattfinden
wird.
Näheres auf Instagram @hijab_run_runners
Kübra
Kücük


